Zum Ende des Projekts URBAN POTENTIALS hin findet vom 7. bis 9. Juni 2007 in der Motorenhalle. Projektzentrum für zeitgenössische Kunst in Dresden die Konferenz und ebenfalls ab 7. Juni bis zum 30.6.2007 die Dokumentationsausstellung zu den Projekten innerhalb von Urban Potentials in den beteiligten Städten statt.

Urban Potentials thematisiert Entwürfe, Perspektiven und Visionen zeitgenössischer Kunst zur Entwicklung städtischer Gemeinwesen in Mitteleuropa. Beteiligt sind fünf Kunstinstitutionen aus Budapest, Dresden, Rotterdam, Salzburg und Wroclaw. Die Konferenz will mit den Erfahrungen der bisherigen Aktivitäten in den einzelnen Städten Realität und Widersprüche von ‘Urbanität’ aufzeigen und diskutieren.
Wie und wo lässt sich heute Urbanität erfahren, wie bestimmen, oder ist sie per se als gesellschaftliches Moment ein offener, unberechenbarer Prozess, unsichtbar und auch nicht darstellbar? Gibt es denn eine Einigung darüber, dass Urbanität nicht mehr an physische Städte gebunden ist und umgekehrt die Besonderheit der Stadt nicht mehr an Urbanität? Oder liegen dessen ungeachtet die Chancen der Städte geradezu im Ausscheiden eines ‘Überschusses’, unbeachteter Ausschnitte, vermeintlicher Leerstellen, die doch von Bedeutung für eine städtebauliche und gesellschaftspolitische Entwicklung sein können, wo Provisorisches, Ungeplantes, Temporäres entstehen kann? Und welche Rolle spielt die Kunst in diesen Prozessen der Umgestaltungen?
Die an eine breite Öffentlichkeit gerichtete Konferenz will diesen Fragen aus unterschiedlichen theoretischen Disziplinen und praxisbezogenen Perspektiven nachspüren, Konstellationen in den verschiedenen Ländern und Regionen aufzeigen, die Möglichkeiten an Beteiligung in diesen Prozessen befragen und für eine spannende Diskussion offen legen.
In diese Konferenz eingebettet ist auch ein geladener Workshop, dessen TeilnehmerInnen sich mit einem weitgehend leer stehenden Fabrikgebäude in der Nähe des Bahnhofs Dresden-Neustadt Auseinandersetzen werden. Aus dem Ideenpool soll über das Projekt Urban Potentials hinaus ein tragfähiges Realisierungskonzept für eine Nutzung durch Vereine und (Kultur-)Initiativen erarbeitet werden.
Konzept und Leitung der Konferenz: Hildegard Fraueneder
Konzept und Leitung des Workshops: Torsten Birne
Das Programm der Konferenz ist unten beigefügt. Der Eintritt zu Konferenz und Ausstellung ist frei.
Weitere Informationen: Urban Potentials
Informationen zu Anfahrt und Tagungsort: Motorenhalle
Urban Potentials ist eine Initiative der Landeshauptstadt Dresden. Beteiligt sind folgende Institutionen: Studio junger Bildender Kunst, Budapest (Kuratorin: Rita Kalman), Kunsthaus Dresden (KuratorInnen: Christiane Mennicke, Torsten Birne), CBK Rotterdam (Kurator: Thomas Meijer zu Schlochtern), Galerie 5020, Salzburg (Kuratorin Hildegard Fraueneder) und BWA Galeria Awangarda, Wroclaw (Kuratorin: Jolanta Bielanska).
Gefördert durch: Cultur 2000, Ungarischer Nationalfonds, Stadt Budapest, Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, Stadt Rotterdam, Stadt Salzburg u.a.m.
Programm der Konferenz
Do., 07. Juni 2007
19:00 - 21:00 Uhr
Begrüßung: Manfred Wiemer (Landeshauptstadt Dresden, Leiter des Amts für Kultur
und Denkmalschutz)
Einführung: Dr. Hildegard Fraueneder (Kunstwissenschaftlerin und Leiterin der
Galerie 5020 in Salzburg)
Eröffnungsvortrag: Prof. Dr. Martina Löw (Soziologin, TU Darmstadt) “Städtische
Eigenlogik. Raumsoziologische Perspektiven auf Städte”
Fr. 08. Juni 2007
19:00 - 21:30 Uhr
19:00 Uhr Péter Gauder (Urbanist, Budapest) “Urbane Perspektiven: ‘Negative’
Räume positiv gesehen”
19:30 Uhr Florian Haydn (Architekt, Wien) “Ambivalenzen und Widersprüche
temporärer Raumnutzungen”
20:00 Uhr “Von der unendlichen Attraktion des Zeitweiligen”
Offene Diskussionsrunde mit Katja Friedrich (Architektin und Dozentin,
Dresden) / Stefan Meißner (Architektursoziologe, TU Dresden), Mathias
Heyden (Architekt und Publizist, Berlin), Andrea Knobloch (Künstlerin,
Düsseldorf) und Max Rieder (Architekt und Publizist, Salzburg / Wien)
Moderation: Torsten Birne (Kunsthistoriker und Kurator, Dresden)
Sa., 09. Juni 2007
14:00 - 20:30 Uhr
14:00 Uhr Prof. Dr. Yvonne P. Doderer (Architektin und Stadtplanerin, FH
Düsseldorf) “Deltavilles. Europäische Stadtentwicklung im Zeichen von
Ökonomisierung, Entdemokratisierung und Inszenierung”
14:45 Uhr Regina Bittner (Kulturwissenschaftlerin, Stiftung Bauhaus Dessau) “Die
Rückkehr der Städte? Urbane Turbulenzen im östlichen Europa”
15:30 - 16:00 Uhr Pause
16:00 Uhr Jochen Becker (Kritiker und Kurator, Berlin) “International informal Style”
16:45 Uhr Dr. Gerald Raunig (Philosoph und Kunsttheoretiker, Wien) “Die Verteilung
im Raum. Für ein molekuläres Verhältnis von Raum und Sozialität”
18:00 - 19:00 Uhr Pause
19:00 Uhr “Widerlager oder sozialer Kitt: Wie gestaltet, wie agiert Kunst in urbanen
Interaktionsräumen?” Abschlusspanel der Konferenz mit Stefan
Bendiks (Architekt, Rotterdam), Marcin Szczelina (Künstler und Kurator,
Wroclaw), Moira Zoitl (Künstlerin, Salzburg/Berlin) und Dr. Christiane
Mennicke (Kunsthistorikerin und Leiterin des Kunsthauses Dresden)
(Moderation)